Schlupf
© Reinhold Bruder
Schlupf
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Nach drei Jahren als Larve/Nymphe unter Wasser strampeln die Maifliegenlarven eines warmen Tages im Mai/Juni an die Wasseroberfläche und hängen eine Weile erschöpft im Film der Oberfläche. Dann bricht eine "Naht" auf dem Rückenpanzer auf, unterstützt durch die absorbierte Wärme der Sonne.
Und sofort geht das Gestrample weiter, die Fliege zieht sich als Subimago aus ihrer Exuvie.

Genau diesen Moment habe ich erwischt, noch mit der alten Ausrüstung. Aber ich fand, dass das Bild doch zu schade für die Tonne ist.

Die Fliege treibt anschließend noch eine Weile auf der Wasseroberfläche stromab und versucht, heftig mit den Flügeln schlagend, diese zu trocknen. Immer wieder versucht sie, aufzufliegen. So bald das klappt, fliegt sie so schnell es geht ins nächste Gebüsch, um sich dort auszuruhen und zu verstecken.

Die ganze Zeit war sie in extremer Gefahr: Im und auf dem Wasser durch hungrige Fische, in der Luft durch Vögel... Es gibt Fische und auch Vögel, die sich in dieser Zeit auf die Erbeutung der Maifliegen spezialisieren...

Oft noch am selben Tag erfolgt eine Metamorphose, die Fliege "häutet" sich, sie ist dann geschlechtsreif und sieht farblich klarer aus und nicht mehr so grünlich-gelb, die Flügel sind transparent-irisierend. Die drei Schwanzfäden sind dann mehr als doppelt so lang wie im subimaginalen Stadium.

Abends kann man die bekannten Hochzeitsflüge beobachten, die Begattung erfolgt in der Luft. Die Männchen sterben sofort danach, die Weibchen kehren zur Wasseroberfläche zurück und geben massenhaft Eier ins Wasser ab, um danach ebenfalls erschöpft zu sterben.

Interessant dabei ist noch, dass ein Kompensationsflug gegen die Strömung erfolgt, damit die Eier auf geeignetem Habitat den Gewässergrund erreichen. Schlammig - sandiger Grund wird benötigt, die Larven müssen Gänge graben können. Sie ernähren sich ziemlich räuberisch.

Die Natur ist doch großartig!? So lange keine schlimmen Dinge mit dem Gewässer passieren, schlüpfen drei Jahre später wieder Maifliegen - unsere größte Eintagsfliege.

So, jetzt höre ich lieber auf und grüße euch herzlich
Reinhold
Autor: ©
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Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 586.1 kB, 1000 x 750 Pixel.
Technik:
Olympus E-30, 200mm (entsprechend 401mm Kleinbild)
1/250 Sek., f/7.1, ISO 640
Zeitautomatik (Blendenwahl), Automatischer Weißabgleich
Freihand
Damals leider nur im JPEG-Format fotografiert
Gestempelt: ?
Ansichten: 190 durch Benutzer, 624 durch Gäste
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